Taijiquan

Taijiquan kann man in etwa mit "Die Faust des höchsten Gesetzes" übersetzen

Taijiquan gehört auch zu den Kung Fu Stilen. Es wird zu den so genannten "Inneren Stilen" gezählt, auch wenn es heutzutage meistens mehr als Gesundheitsübung praktiziert wird. Der Hauptunterschied zu den anderen Kung Fu Stilen liegt in der Übungsform, die sehr bewusst, fließend und langsam ausgeführt wird. Die Anwendung aber hingegen kann sehr schnell und dynamisch sein. Durch diese einmalige langsame Übungsform wird ein hoher positiver Effekt auf den Körper, Herzkreislauf, Immunsystem, Gelenke und Knochen usw. bewirkt. Dies belegen mittlerweile eine hohe Anzahl von medizinischen und wissenschaftliche Untersuchungen bzw. Studien aus aller Welt.

Im Shaolin Wahnam Institut wird im Taijiquan Programm neben dem Energiefluss/Qi Fluss, Energieaufbau/Innere Kraft und Formen auch Partnerübungen, Anwendungen und zum Schluss auch der Freikampf und Waffen gelehrt. Diese Kombination von Anwendung/Selbstverteidigung und Freikampf ist mittlerweile sehr rar geworden unter den Taijiquan Schulen, da die meisten nur noch auf den Gesundheitsaspekt eingehen bzw. lehren. Großmeister Wong Kiew Kit hat sich und seinen ausgebildeten Sifus/Meistern die Aufgabe gegeben, den Ursprungsgedanken (Taijiquan ist zur Selbstverteidigung) aufrecht zu erhalten. Gesundheit und wiederkehrender Frühling (heißt Vitalität bzw. Jugendlichkeit) sind dabei schöne und positive Nebeneffekte und natürlich ein entscheidendes Merkmal, die durch unser richtig angeleitetes Training erreicht werden.
Im unseren Training werden die Theorien "Taijiquan Klassiker" (Taijiquan jing von Zhang Sanfeng, der Geschichte nach der Begründer des Taijiquan) sowie das "Lied der 13 Grundbewegungen" (Shisanshi gejue) mit eingeflochten und in den Übung bzw. Anwendungen erfahren, so dass Theorie und Praxis miteinander verschmelzen.

Auszug aus dem Klassiker des Taijiquan
(Taijiquan jing):

"Der Ursprung bzw. die Mutter von Bewegung und Ruhe bzw. von Yin und Yang ist Wuji. In Bewegung teilt es, in Ruhe vereinigt es. Kein Zuviel kein zu Wenig. Der Beugung folgend wird die Streckung erreicht. Der andere ist hart bin ich weich - das nennt man mitgehen(zou). Ich gehe mit, er macht das Gegenteil - das nennt man Kleben (nian). Ist die Bewegung schnell, dann antwortet man schnell. Ist eine Bewegung langsam, dann folgt man langsam. Auch wenn die Wandlungen zahllos sind, das Prinzip bleibt unveränderlich. Wenn man darin geübt ist, dann wird man nach und nach das verstehen der jin Kraft (dong-jin) erlangen. Dem Verständnis der jin- Kraft (dong-jin) folgt allmählich die Erleuchtung (shenming).
Ohne beharrliche Anstrengung kann man aber nicht zur plötzlichen Erleuchtung gelangen."

Die Essenz des Taijiquan hier in Kurzform ausgedrückt:
"Schließen und öffnen, Bewegung und Ruhe, Weichheit und Härte, Beugen und Strecken, Gehen und Kommen, Vorrücken und Zurückweichen, Bewahren und Verlieren, im ständigen Wechsel und doch beständig."

Übersetzung: Dr. Boedicker, mit Dank für seine freundliche Genehmigung !